• 11Aug
2014

2015 wird als Entree zum neuen Regensburger Stadtviertel ein Quartierszentrum an der Kumpfmühler Straße entstehen. Beim Wettbewerb gab es zwei Sieger.

Regensburg. Der Münchner Stadtentwickler Hubert Haupt baut in den nächsten Jahren zusammen mit der Dörnbergviertel Projekt GmbH ein Stadtquartier im Inneren Westen. Zwischen Kumpfmühler Brücke, Ladehof- und Kirchmeierstraße werden 1300 Wohnungen und Stadthäuser, 300 Studentenapartments sowie Gewerberäume für Start-ups und Mittelständler errichtet. Großzügige Grünflächen und ein Park runden das Viertel ab.

Als Eingangstor zum Wohngebiet und zur Altstadt soll ab Frühjahr 2015 zunächst das Quartierszentrum in die Höhe wachsen, das sind zwei große Gebäudekomplexe mit Geschäften, Arztpraxen, Gastronomie, Hotel und Büros. Es wird „Dörnberg-Forum“ heißen.

Ein Eingangstor zur Altstadt

Neun Architekturbüros aus München und Regensburg präsentierten bei einem Planungswettbewerb ihre Ideen für das Nahversorgungszentrum. Die Dörnberg-Viertel Projekt GmbH hatte ihn ausgelobt. Eine Jury mit Vertretern des Stadtrats, Planungsreferentin Christine Schimpfermann, OB Joachim Wolbergs und Architekten bewertete die Entwürfe. Den Vorsitz hatte die Münchner Stadtplanerin Professor Ingrid Burgstaller. Zwei Büros teilen sich den ersten Platz: Allmann Sattler Wappner Architekten und Brückner Architekten, beide aus München.

„Die ausgezeichneten Entwürfe schaffen es, eine Torwirkung zur Altstadt zu erzeugen und einladende Freiräume zu gestalten – zwei Aspekte, die uns besonders wichtig sind“, urteilt der gebürtige Regensburger Martin Bucher, einer der beiden Geschäftsführer der Projektgesellschaft. Bei der Beurteilung der Wettbewerbsbeiträge wurde ein besonderer Wert auf städtebauliche Aspekte gelegt, etwa die stimmige Einbettung in die Umgebung. Die funktionale Eignung war ein weiteres Kriterium. Das Quartierszentrum soll eine Identität stiftende Wirkung für das Viertel sowie hohe Aufenthalts- und Lebensqualität besitzen.

Beide Entwürfe spiegeln die Form des gegenüberliegenden MZ-Verlagshauses wider – der von Brückner Architekten noch klarer als der von Allmann, Sattler, Wappner. Doch der Weg zum endgültigen Entwurf ist noch lang. Jetzt geht es an die Feinarbeit: Auf der Basis von Gesprächen mit interessierten Mietern werden die Entwürfe der beiden Erstplatzierten nun überarbeitet.

Michael Lentrodt, Geschäftsführer der Dörnberg-Viertel Projekt GmbH, ist überzeugt, dass er die 1300 geplanten Wohneinheiten gut verkaufen kann. Regensburg sei ein attraktiver Technologiestandort mit interessanten Arbeitgebern, Universitätsstadt mit vielfältigen Freizeitmöglichkeiten und Unesco-Welterbe mit reichhaltigem Kulturangebot. Der Zuzug von 1800 Menschen im Jahr verwundere nicht, sagt Lentrodt. „Die Nachfrage ist da. Ob wir schnell verkaufen oder ob es sich hinzieht, werden wir sehen.“ 240 Apartments sind übrigens geförderter Wohnungsbau.

Leben auf 50 bis 160 m²

Die Wohnungen und Stadthäuser werden zwischen 50 und 160 Quadratmetern groß sein. Leicht ließen sich die Grundstücke für Büro- und Gewerbeeinheiten an die Bedürfnisse künftiger Nutzer anpassen, meinen die Geschäftsführer. Rad- und Fußwege werden den Park durchziehen, der sich über ein Viertel des Areals erstrecken soll.

Stadtplanungsamt und Projektverantwortliche arbeiten gemeinsam am Bebauungsplan. Schon im Herbst 2013 wurde die Öffentlichkeit laut Katrin Butz von der städtischen Pressestelle frühzeitig beteiligt. Die Bürger konnten Einsicht in die Pläne nehmen und sich bei einer Infoveranstaltung äußern.

Zudem organisierte die Stadtverwaltung einen Workshop mit Anwohnern, der sich ausschließlich mit der Verkehrserschließung des Quartiers beschäftigte. Die Einwände und Anregungen fließen laut Pressestelle in die weitere Bearbeitung ein.

Anfang 2015 soll der Startschuss für die Bebauung fallen. Der letzte Abschnitt könnte bis 2019 bezugsfertig sein. „Man kann ’Das Dörnberg‘ als Regensburgs wichtigstes Bauprojekt in den kommenden Jahren bezeichnen“, sagt Martin Bucher von der Dörnberg-Viertel Projekt GmbH.

Marion Koller
Mittelbayerische Zeitung, 11.08.2014