• 28Mrz
2014

Südbahnhof: Schrittweise Entwicklung von Wohnen, Gewerbe und Grünanlagen

NÜRNBERG – Die Stadträte haben grünes Licht für die Entwicklung des alten Nürnberger Südbahnhofs zu einem neuen Stadtteil gegeben. An der Brunecker Straße sollen auf dem fast 100 Hektar großen Areal einmal 5.000 Menschen wohnen.

Die Ratsfraktionen sind doch immer wieder für Überraschungen gut. Jeder hatte sich bereits – nach den Erfahrungen aus dem Wahlkampf – auf einen Schlagabtausch in der gestrigen Sitzung des Stadtplanungsausschusses über das Konzept für die Brunecker Straße eingestellt.

Kurz vor dem Wahltag am 16. März hatte Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) gegenüber unserer Zeitung eine Einigung nach jahrelangen Verhandlungen mit den Grundeigentümern von Aurelis bekanntgegeben. Daraufhin warf ihm die CSU Wahlkampftaktik vor. Denn bis es so weit ist, dass dort die ersten Bewohner einziehen können, vergingen Jahre, so ihre Kritik.

Die CSU hätte sich mehr Gewerbe auf dem Gelände vorstellen können. Doch am Ende einigten sich Stadt und Aurelis auf eine Drittelung: Wohnen, Gewerbe, Grün. Beobachter gingen also davon aus, dass die Christsozialen – nach der heftigen Wahlniederlage – noch einmal die Chance nutzen würden, um ihren Koalitionspartner SPD zu attackieren.

Zuerst Wohnungen

Doch überraschend herrschte gestern Einmütigkeit über das Konzept. Das sieht mehrere Module vor. Als Erstes soll im Nordwesten des Areals in der Nähe vom Stadtteil Hasenbuck neuer Wohnraum geschaffen werden. Diese Pläne können bereits kurzfristig angegangen werden, was Joachim Thiel (CSU), Gerald Raschke (SPD) und Monika-Krannich-Pöhler (Grüne) parteiübergreifend begrüßten. Baureferent Wolfgang Baumann kündigte an, dass bis Ende des Jahres der Entwurf für einen städtebaulichen Wettbewerb des Gesamtareals steht, der Anfang 2015 ausgelobt werden soll.

In dem Stufenplan ist dann die Entwicklung von drei Teilflächen im Norden (Gewerbe), Süden (Gewerbe, Messe, Dienstleistungen) und Südwesten (Gewerbe) vorgesehen. Sie können autark, also auch parallel zum ersten Teil, entwickelt werden.

Joker-Fläche in der Mitte

Ein weiteres Modul ist der Mittelteil. Hier haben sich OB Maly und Aurelis-Chef Stefan Wiegand auf eine „Joker-Fläche“ geeinigt, die zuletzt (2026) angegangen wird. Hier gibt es zwei Varianten: Wohnen oder Gewerbe. An dieser Stelle gab es dann doch noch Zündstoff. Wirtschaftsreferent Michael Fraas (CSU) favorisiert Gewerbe, SPD-Fraktionschef Christian Vogel stellte daraufhin klar, dass seine Partei Wohnen bevorzuge. Ganz so einig sind sich die Koalitionäre also doch nicht.

Andreas Franke
Nürnberger Nachrichten, 28.03.2014