• 12Feb
2013

Accor baut achtstöckiges Ensemble auf 3600 Quadratmetern an der Amsinckstraße

Hammerbrook. Noch kampieren an wärmeren Tagen manchmal Obdachlose auf der Brachfläche südlich des Hühnerpostens. Jetzt soll die Fläche zwischen Bahngleisen und Münzviertel, aufgeteilt in mehrere Grundstücke, bebaut werden. Die Hotelgruppe Accor errichtet auf einem 3600 Quadratmeter großen Teil des Geländes zwei Ibis-Hotels: das eine in der Zwei-Sterne-Kategorie, das andere als Budget-Haus im Ein-Sterne-Bereich.

Das Hotelduo wird ein markantes achtgeschossiges Gebäude mit zwei Flügeln. Um der vorgeschriebenen Baulinie gerecht zu werden, wird entlang der Amsinckstraße eine hohe Wand mit großformatigen Öffnungen errichtet. Sie schirmt den dahinterliegenden Hotelvorplatz ab, über den die Anfahrt sowie die Warenanlieferung erfolgen.

Insgesamt bieten die Häuser 448 Gästezimmer. Das Zwei-Sterne-Superior-Hotel wird 252 Zimmer haben, das Ein-Sterne-Haus 196. Die beiden Häuser sind unabhängig voneinander – sie teilen sich lediglich die Tiefgarage, die auf einer Fläche von 3100 Quadratmetern 88 Stellplätze bietet. Zum sternförmigen Quartiersplatz ist eine Gastronomie mit Außenbestuhlung geplant. Das Projekt soll in der zweiten Jahreshälfte 2014 fertig werden, das Investitionsvolumen beträgt 30 bis 40 Millionen Euro.

Das Grundstück, auf dem die Hotels errichtet werden, hat die Hamburgische Immobilien Handlung (HIH) 2006 von der Stadt und der Deutschen Post gekauft. Auf einer 16.400 Quadratmeter großen Fläche errichtete sie bereits die Zentrale von Mobil Oil. Das Accor-Hotelduo entwickelt sie mit der brixx projektentwicklung aus München.

Das Gebäude soll auch als Schallschutz für neuen Wohnungsbau dienen

Man habe sich an dem künftigen Hotelstandort zunächst eine Büronutzung vorgestellt, doch sei das Image des Standorts nicht gut genug, so HIH-Prokurist Jan Finke. „Für ein Hotel dagegen ist die innenstadtnahe Lage prädestiniert“, sagt er, „die große Resonanz auf unsere Pläne hat das bestätigt.“ Mit dem Hotelbetreiber Accor, der das Gebäude für 20 Jahre gemietet hat, habe man einen verlässlichen Ankermieter.

Das geplante Hotel ermöglicht als Schallriegel auch die Entwicklung von Wohn- und Büroraum im Quartier. Im westlichen Bereich, am Klostertor, würde Finke gern ein Bürogebäude mit etwa 10.000 Quadratmeter errichten. Östlich des geplanten Hotelprojekts, am Schultzweg, ist bereits Wohnungsbau geplant. „Mindestens ein Drittel soll öffentlich geförderter Wohnraum werden“, sagt Michael Osterburg, Städtebauexperte und Fraktionsvorsitzender der Grünen in Hamburg-Mitte. Er begrüßt den Bau des Hotelduos südlich des Hühnerpostens. „Wohnen wäre an diesem Standort wegen der Lärmbelastung durch Autos und Bahn nicht möglich gewesen“, sagt er. Die Hotels dagegen brächten Menschen ins Quartier – davon könne auch das benachbarte Münzviertel profitieren.

(fru)
Hamburger Abendblatt, 12.02.2013